Was möchtest du denjenigen mitgeben, die noch nicht sicher sind, welchen Bezug sie zu den Hoch-X-Themen haben?

Alma: Bei den Hoch-X-Themen gilt es, in der Terminologie zu differenzieren. Hochsensibilität lässt sich zwar nicht messen, jedoch in einem Erstversuch anhand einer Liste von typischen Merkmalen Hochsensibler ‚abklopfen‘. Je nachdem, wie groß die Schwierigkeiten im Leben eines potentiell Hochsensiblen ausfallen, würde ich auf jeden Fall eine professionelle Beratung bei einem spezialiserten Coach oder Therapeuten raten, um eine Fehldiagnostik zu vermeiden oder etwa eine Krankheit auszuschließen oder zu bestätigen. Die Hochbegabung hingegen lässt sich messen und ermöglicht leichter Gewissheit, wobei ich persönlich Hochbegabung viel weiter gefasst verstehe als der gängige IQ-Test zu testen vermag, da hier viele andere Begabungen (wie Musik, Kunst und Sport) ausschließt und einfach nicht messen kann. Auch hier gilt, auch weil die beiden Phänomene gleichzeitig vorkommen können, sich professionell beraten und begleiten zu lassen, denn erst das Wissen um seine Beschaffenheit ermöglich die Beantwortung vieler quälender Fragen. So wird ein Prozess der Selbsterkenntnis freigesetzt und eine deutlich bessere Lebensgestaltung ermöglicht.

Johanna: Wenn Dich das Thema anspringt, nicht mehr loslässt, Du in der Beschäftigung damit Herzklopfen und feuchte Hände bekommst, dann bleib dran! Lies im Internet und in Büchern, geh zu Stammtischen oder zum Coach, mach einen Test (am liebsten bei einer/m richtig guten PsychologIn) oder lass es sein, aber informiere Dich und gleiche die neuen Informationen immer mit Deinem Erfahrungswissen ab. Hinterfrage und überprüfe – es geht um Dich, von Innen, nicht um das Wissen eines anderen. Selbst an der Abgrenzung zu allem, was nicht auf Dich zutrifft, wirst Du wachsen. Ganz egal ob Du nun genial, medial oder etwas ganz anderes bist: Dich selbst besser kennenzulernen und zu verstehen wird Dein Leben bereichern und leichter machen. Das kann ich Dir versprechen!

Antje: IQ-Tests sagen nicht so richtig viel über die Gesamtintelligenz eines Menschen aus, sondern nur über bestimmte intellektuelle Teilbereiche. Außerdem kann man sich durch Üben sehr gut darauf vorbereiten. Schau dir einfach mal ein paar im Internet an – mehr um zu sehen, welche Aufgabentypen es gibt und wie du an diese herangehst und welche Gefühle sie bei dir auslösen. Wenn eine Bestägigung von außen für dich sehr wichtig ist, würde ich unbedingt einen IQ-Test machen, am besten bei einem darauf spezialisierten Psychologen, der auch eine individuelle Profilauswertung mit dir macht. So ein Testergebnis kann einem sehr viel Rechtfertigungsdruck nehmen. Wundere dich nicht, wenn dir immer mehr Menschen mit Hoch-X-Themen über den Weg laufen – einmal das Thema angestupst, entwickelt es eine Eigendynamik … lies viel, nimm mit, was dir gut tut, den Rest ignoriere. Im Übrigen auch die goldene Grundregel: Mach mehr von dem, was dir gut tut, und weniger von dem, was dir nicht gut tut.

Eva: Unbedingt überprüfen. Traut euch. Dazu lesen, mit anderen sprechen, Gleichgesinnte finden, sich beraten und/oder coachen lassen, IQ-Tests machen, die ganze Palette. Denn ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Zu erkennen, wer und wie man ist und sich selbst zu akzeptieren, ist die Grundlage für ein glückliches Leben.