Hochbegabung ist im Grunde genommen der falsche Begriff, um einen hohen IQ zu bezeichnen – dazu sollten wir besser Hochintelligenz sagen. Denn es gibt natürlich mehr Begabungsfelder als die intellektuelle Begabung, die im IQ-Test in der Regel in den Dimensionen logisches Denken, räumliches Vorstellungsvermögen und Sprachverständnis abgefragt wird. Kinetische, musische, sportliche, emotionale, … Begabungen sowie diejenigen Persönlichkeitsmerkmale und Fähigkeiten, die Begabungen in soziale Erfolge verwandeln können (Resilienz, Stressresistenz, Selbstbewusstsein, Konzentrationsfähigkeit, usw.), bleiben außer Betracht.
Wenn nun aber der Begriff (Hoch-)Intelligenz die intellektuelle Begabung beschreibt, beschreibt Hochsensibilität (einschließlich der Hochsensitivität) die Begabung der (mehr als fünf) Sinne. Auf dieser Seite schreiben wir also über hohe Begabungen: hohe intellekte Begabung bzw. Hochintelligenz und hohe sensorisch-emapthische Begabung bzw. Hochsensibilität/-sensitivität.
Warum schreiben wir nun gerade über Hochintelligenz und Hochsensibilität?
Weil wir glauben, dass das Zusammentreffen hoher Intelligenz und hoher Sensibilität noch einmal ganz besondere Herausforderungen an den sensiblen und intelligenten Menschen stellt.
Nehmen wir ein plakatives Beispiel: Nachrichten über Krieg, flüchtende Menschen, Exekutionen und Hungersnöte. Deine intelligente Seite braucht nur wenige Informationen, um die Ungerechtigkeit, Unsinnigkeit und Unnötigkeit (!) dieser Zustände, die komplexen Zusammenhänge mit dem eigenen Leben und die gleichzeitige persönliche Ohnmacht zu erfassen und empört sich darüber. Deine sensible Seite fühlt empathisch mit den Betroffenen und empfindet den großen Komplex an Unsinn, Unrecht und Leid tief.
Manchmal streben deine hochintelligente und deine hochsensible Seite auch in zwei entgegengesetzte Richtungen: Dein Intellekt ist wissbegierig, umtriebig, sucht ständig nach Neuem – deine zarte Seite sehnt sich nach Ruhe, braucht Abgrenzung und Erdung.
Kommt dir das bekannt vor? Uns auch! Wir alle haben gelernt, öfter mal den schlauen (aber eventuell auch überkomplizierten, ehrgeizigen, sich selbst überfordernden …) Kopf auszuschalten und auf unsere wunderbare Intuition zu hören. Wir haben intelligente Techniken erarbeitet, um unseren besonderen Bedürfnissen gerecht zu werden. Wir wissen um die Schwierigkeit, die innere Balance zwischen diesen beiden starken Polen zu finden.
Und wir möchten unser Wissen und unseren Erfahrungsschatz weitergeben.
DARUM schreiben wir hier über Hochbegabung und Hochsensibilität.